Industrielle Blindleistung

Das eigentliche Problem vieler Unternehmen ist nicht der Mangel an Methodenwissen, sondern die ungewollte Maximierung von Blindleistung. Eine Management-Kultur, die ungesteuerte Aktivität mit kontinuierlicher Verbesserung verwechselt, erzeugt in der Regel teuren Arbeitsaufwand und wenig Mehrwert im Sinne des Kunden.

​In dem Moment, in dem wir aber den PDCA-Zyklus auf das bloße „Machen“ und auf einen "Abarbeitungsstatus" reduzieren, kappen wir die wichtigen Rückkopplungsschleifen. Ein System ohne Planungs- und Prüfmechanismen steuert nicht - es reagiert einfach nur und erschöpft die Belegschaft. Viele haben sich daran gewöhnt, Symptome zu bekämpfen. Es ist wie ein Beißreflex. Wer „macht“, löst zwar vermeintlich das aktuelle Problem, verhindert aber nicht das nächste. Das System bleibt in einer permanenten Schleife der Fehlerkorrektur hängen. ​

Reflexion und Validierung gelten vielerorts als Zeitverlust. Dabei ist das Gegenteil wahr: Wer ohne Absicherung skaliert, vervielfacht lediglich die Ineffizienz. ​Exzellenz am Shopfloor bedeutet nicht, schneller zu rennen. Es bedeutet, die Prozessdisziplin so hochzuhalten, dass unser "Tun" nur die logische Konsequenz einer validierten Analyse ist. Alles andere ist Hoffen auf statistisches Glück.

Ich halte daher den PDCA-Zyklus für eine grundlegende Art zu denken, Probleme zu lösen und Ziele zu erreichen.

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“Wir haben die Kultur geheilt.”