Keine Zeit für Verbesserung?
Keine Zeit für Digitalisierung, keine Kapazitäten für 5S, keine Ressourcen für KI, gerade nicht der Moment für Optimierungsprojekte, Strategiearbeit auch sehr schlecht gerade. Und natürlich auch keine Zeit für Lean.
Schonmal gehört?
Wir erleben diesen Satz seit Jahren in einigen Produktionsunternehmen und er steht sinnbildlich für ein Phänomen, das gefährlicher ist, als es klingt: Stillstand im laufenden Betrieb.
Manchmal fragen wir uns ernsthaft: Wenn für all diese Themen seit Jahren keine Zeit ist... worauf fokussiert man sich dann eigentlich in einem Produktionsbetrieb? Mit der Bewältigung des Arbeitsalltags? Dein Ernst? Etwas kurz gesprungen, finden wir.
Aber vielleicht ist genau das der Punkt. Man ist so sehr damit beschäftigt, Komplexität zu managen, dass keine Energie mehr bleibt, sie zu verringern. Abläufe werden "optimiert", ohne zu hinterfragen, ob sie überhaupt noch sinnvoll sind. Man löst Probleme, die längst hätten vermieden werden können. Fast jedes Problem war irgendwann mal klein. Du hast aber lange gewartet und jetzt ist es groß.
Lean, Digitalisierung, Prozessverbesserung oder neue Strategien sind keine Zusatzaufgaben, die man irgendwann „auch noch“ angehen müsste. Sie sind der Schlüssel, um Arbeit einfacher, schneller und sinnvoller zu machen - wenn man sie zulässt. Sind das nicht die Kernaufgaben in einem Produktionsbetrieb?
Aber solange man sie nicht als Kernaufgabe wahrnimmt, ändert sich nichts. Dann bleibt Veränderung nur eine Randnotiz im eigenen System.
Sinnvolle Weiterentwicklung beginnt nicht, wenn man mal Zeit übrig hat, sondern wenn man sich fragt: Was wäre, wenn wir endlich aufhören würden, nur den Betrieb zu sichern und anfangen, ihn zu verbessern? Wenn wir damit aufhören würden, Menschen in schlechte Systeme zu schicken?