Lehrauftrag an Hochschule Ruhr West

In Kürze geht mein Lehrauftrag an der Hochschule Ruhr West University of Applied Sciences in die vierte Runde!

Bereits drei Master-Jahrgänge mit vielen ambitionierten jungen Menschen durfte ich im Rahmen meines Moduls "Moderne Personalführung in der Produktion" begleiten und muss sagen: Es ist eine wirklich schöne und sinnstiftende Aufgabe.

In diesem Beitrag geht es aber weniger um mich, sondern um ein mittlerweile ernstzunehmendes Problem im industriellen Umfeld:

In meiner Arbeit mit Lean und Kaizen in der Industrie gibt es viele Situationen, in denen ich mir wünsche, dass jungen Menschen in ihren technischen Studiengängen neben der Fachlehre mehr Raum für Führungsmodelle und Lean gegeben wird.

Warum?

Zwar werden Ingenieure an unseren Hochschulen in Deutschland seit Jahrzehnten exzellent ausgebildet. Im Berufsalltag geht es aber neben fachlichem Wissen in erheblichem Maß auch um die Arbeit mit Menschen und die Systeme, in denen sie arbeiten.

Nicht wenige Führungskräfte in der Produktion arbeiten in meiner Beobachtung leider sehr mechanisch und - ich muss das ehrlich sagen - kennen sich oft nicht gut mit dem Lean-Ansatz aus. Und mit "auskennen" meine ich nicht: Methoden aufzählen.

Dies führt dazu, dass vielerorts sehr mechanistische Vorgehensweisen in der Umsetzung von Lean und Führung existieren, was wiederum zu diversen Problemen in einem sich immer schneller ändernden Umfeld führt:

  • Wie bereitet man Menschen auf immer kürzere Veränderungszyklen vor?

  • Welche Rolle werden KI und Digitalisierung in den Organisationen einnehmen?

  • Mit welchen Führungsstilen sollte man sich daher auseinandersetzen?

  • Wie sieht in der Produktion der Arbeitsplatz und das Stellenprofil der Zukunft aus?

  • Und: warum sollte ich als Führungskraft Menschen begeistern können?

Nur eine kleine Auswahl...

Ich persönlich hatte vor 24 Jahren nur vage Vorstellungen, was in puncto Menschenführung und Lean im Berufsleben auf mich zukommen würde und habe mir daher in den ersten Jahren so manche Lernerfahrung "gegönnt". Das war früher so auch völlig OK, denn damals war die Welt noch eine andere. Sie war etwas langsamer, weniger komplex. Sie funktionierte noch linearer. Heutzutage aber sind die Rahmenbedingungen etwas andere.

Meine Erfahrungen (positive & negative) gebe ich nun wieder gerne weiter, damit junge Menschen ein Stück weit vorbereitet in Sachen Führung und Lean in das heutige Berufsleben starten. Das verstehe ich auch als Verpflichtung meines Ingenieurberufs - der ganz häufig so gar nicht technisch ist.

Ach ja: Der Erfahrungsaustausch geht übrigens zwischendurch auch mal in beide Richtungen. Ich habe bisher in jedem Semester viele Dinge von meinen Studenten lernen dürfen. Und ich werde auch dieses Mal wieder gespannt zuhören. 😉

...lebenslanges Lernen...
...auch wieder so ein Lean-Ding…

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