INGPROVE JOURNAL - Folge 3

“Verbesserung wird nicht delegiert, sie ist Chefsache.“ (Olaf Boettger)

INGPROVE Journal
by DÖRNER Ingenieurbüro

Lean-Stimmen aus der Praxis - Folge 3

Unsere neue LinkedIn-Serie soll Menschen und Unternehmen in den Vordergrund rücken, die sich intensiv und professionell mit dem Lean-Ansatz beschäftigen. Es wird vielerorts häufig über Methoden und Theorien gesprochen. Aber hier geht es in jeder einzelnen Folge um Menschen, die das alles in die Tat umsetzen!

Heute möchten wir euch daher aus unserem Lean-Netzwerk Olaf Boettger von Johnson Controls vorstellen. Er leitet dort als VP den Bereich Business System Innovation und arbeitet bereits seit vielen Jahren erfolgreich im Lean-Umfeld und lebt den Gedanken der kontinuierlichen Verbesserung. Zudem dürfte sein LinkedIn-Channel in der Lean-Community weitestgehend bekannt sein, auf dem er mit Hingabe wertvolles Wissen über Continuous Improvement teilt. Wir haben Olaf daher unsere drei Fragen gestellt:

1️⃣ Was begeistert dich am Lean-Gedanken?

Olaf: Lean bedeutet für mich nie Ergebnisse oder Menschen. Es ist immer beides. Kontinuierliche Verbesserung heißt immer zweierlei: Ergebnisse liefern und Menschen entwickeln. In 27 Jahren bei P&G und Danaher, und heute bei Johnson Controls, habe ich erlebt, wie sie Geschäfte spürbar besser gemacht und Karrieren vorangebracht hat. Was mich begeistert, ist nicht so sehr das Werkzeug, sondern die Haltung dahinter: Es gibt immer einen besseren Weg. Und man findet ihn am Gemba, dort wo die Arbeit wirklich passiert.

2️⃣ Welchen Unterschied macht Lean bei euch im Unternehmen?

Olaf: Den größten Unterschied macht kein Werkzeug aus, sondern unsere Führung, die selbst vorangeht. Am 1. Juni hatten wir unseren "Going to Gemba Day" für Investoren: Wir haben sie mit an den Gemba genommen - dorthin, wo Wert entsteht. In Labore, Werke und zu den Vertriebsteams im Markt. Geführt haben den Tag unser CEO Joakim Weidemanis und CFO Marc Vandiepenbeeck persönlich. Das Signal: Verbesserung wird nicht delegiert, sie ist Chefsache. Wenn die Spitze zum Gemba geht, wird aus einem Programm ein Geschäftssystem, das den Alltag verändert, mit gemeinsamer Sprache, Takt und Führungsverhalten.

3️⃣ Wie wichtig ist Lean für den Standort Deutschland?

Olaf: Ich arbeite in einem globalen Unternehmen und vergleiche Standorte in vielen Ländern. Deshalb drehe ich die Frage um. Nicht: Können wir uns Lean leisten? Sondern: Können wir es uns leisten, kein Lean zu machen? Für mich ist die Antwort: Nein! Deutschland gewinnt nicht über niedrige Kosten, sondern über Qualität, Know-how und den Willen, jeden Tag besser zu werden. Genau das ist Lean.


👉 Wenn auch du begeistert bist vom Lean-Ansatz und diese Serie mitgestalten möchtest, dann sende uns gerne eine Anfrage!

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