Firefighting & Resignation
…der tägliche Wahnsinn, oder?
Seit Jahrzehnten kennt man den PDCA-Zyklus. Doch meistens wird er entweder in Maßnahmenplänen zum Fortschrittskreis trivialisiert oder dermaßen wissenschaftlich aufgeblasen, dass am Ende keiner mehr weiß, wo oben und unten ist. Dabei ist die Logik dahinter simpel.
Beispiel: Du hast heute Morgen in deiner Shopfloor-Runde ein wiederkehrendes Problem aus deiner Produktion besprochen und willst es endlich nachhaltig abstellen.
Die meisten rennen jetzt sofort los. Aktionismus fühlt sich nach Arbeit an, ist aber meistens nur teure Bewegung. Wir flicken, pfuschen und weil das nächste Feuer schon brennt, begraben wir das Thema wieder. „Forget it“ ist die logische Konsequenz eines Systems, das keine Zeit zum Denken hat.
Das PDCA-Board in deiner Shopfloor-Runde ist dein Anker gegen diesen Aktionismus. Es zwingt dich zur Disziplin, die wir im Stress oft als Erstes opfern. Gehe dein Problem schrittweise an:
PLAN: Das Fundament. Bevor irgendwer den Hammer in die Hand nimmt, wird mit dem Kopf gearbeitet. Problembeschreibung: Was passiert genau? (Zahlen, Daten, Fakten). Analyse: Warum passiert es? (Die Suche nach der relevanten Ursache). Verbesserungsideen: Erst jetzt werden Lösungsansätze abgeleitet.
Raten ins Blaue hinein nennt man übrigens "Lotto".
DO: Baue kein 100.000-Euro-Projekt, sondern teste die beste Idee im Kleinen. Funktioniert deine Idee in der Realität?
CHECK: Die Stunde der Wahrheit. Hat deine Idee den Fehler wirklich dauerhaft eliminiert? Ansonsten: Zurück zum Start.
ACT: Das neue Gesetz. Wenn es funktioniert, mach es zum Standard.
PDCA ist keine Raketenwissenschaft und lass es dir auch nicht als solche verkaufen. Wichtig ist nur, dass du damit anfängst.